Sie stehen vor dir. Lächeln dich an. Behandeln dich so, wie es Freunde nun mal tun. Aber wenn du nicht hinsiehst, lachen sie dich aus, reden über dich, und zeigen ihr wahres Gesicht. Sobald du dich wieder umdrehst, setzen sie die Maske auf, überhäufen dich mit falscher Freundlichkeit. Und das Problem an der ganzen Sache ist - du merkst es nicht. Du lachst mit ihnen, hast keinen bösen Gedanken, warum solltest du auch? Haben sie dir je einen Grund gegeben, ihnen nicht zu vertrauen? Falls doch, hast du noch das glücklichere Los gezogen. Denn dann wirst du misstrauisch, versuchst, hinter die Fassade zu schauen. Du wärst nicht allzu überrascht, wenn sie letztendlich ihr wahres Ich zeigen. Wenn du hingegen nie Anlass zur Sorge hattest, wenn du immer davon ausgegangen bist, sie mögen dich, dann ist es gut möglich, dass du daran zerbrichst. Diese Person, von der du ein Leben lang gedacht hast, sie würde hinter dir stehen, erweist sich nun als genau der Mensch, der dich nur ausgenutzt hat. Wobei, er ist tatsächlich immer hinter dir gestanden - um mit dem Finger auf dich zu zeigen und sich über dich lustig zu machen.
Leider gibt es so viele falsche Freunde auf dieser Welt. So ziemlich jeder hat einen. Und wenn ihr jetzt denkt, was, nein, meine Freunde sind alle echt, dann denkt daran, was ich gerade geschrieben habe. Ihr merkt es nicht. Und wer weiß, vielleicht seid ihr sogar selber ein falscher Freund. Wenn auch nur unbewusst. Ich meine, hat nicht jeder von uns schon einmal mit einer anderen Person über einen Freund geredet? Oder diesen Freund angelogen, und sei es nur eine Notlüge. Seid ehrlich - ich denke, wir alle haben das getan.
Aber was würdest du tun, wenn ein Freund zu dir kommt, und mit dir über eine Person redet, die ihr beide mögt - mit der ihr beide befreundet seid? Wenn dein Freund dir schlechte Dinge über ihn/sie erzählt und dich bittet, sie geheim zu halten? Was würde bei dir überwiegen, die Loyalität zu dem Freund, der die Dinge erzählt, oder zu dem, über den erzählt wird? Deine Antwort ist wahrscheinlich, dass du zu demjenigen hältst, über den erzählt wird, nicht wahr? Denn der kann ja nichts dafür, er weiß von der ganzen Sache nichts. Aber was tun? Es ihm erzählen und dafür die Freundschaft zu der anderen Person gefährden? Oder den Mund halten und dabei riskieren, dass, wenn herauskommen sollte, dass du davon wusstest, er dich als Verräter betrachtet? Und jetzt verrate ich euch mal etwas: Ihr solltet Abstand von dieser Person halten, die euch die ganzen Dinge erzählt hat. Denn wenn sie es bei euch so macht, wird sie es höchstwahrscheinlich auch bei anderen Personen machen - und dabei Dinge über euch erzählen.
Ihr seht, es ist schwer zu erkennen, wem ihr wirklich etwas bedeutet, und für wen ihr nur ein Mittel zum Zweck seid. Deshalb wünsche ich jedem von euch, dass ihr wenigstens einen Freund habt, von dem ihr zu einhundert Prozent sicher seid, dass er nicht so falsch ist, wie die meisten anderen. Und ich hoffe, ihr erkennt schnell genug, wer nur mit euch spielt, damit ihr daran nicht kaputtgeht.
Alles Gute :)
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Freitag, 2. Oktober 2015
Dienstag, 1. September 2015
Hello Autumn! ♥ - Der Herbst hat begonnen
- Henri de Toulouse-Lautrec
Ist der Herbst nicht eine schöne Jahreszeit? :) Die grünen Blätter an den Bäumen färben sich rot und golden, bis sie irgendwann abfallen und einen Teppich aus Laub hinterlassen. Der Wind frischt auf, die Tage werden kürzer. Die Nacht beginnt schon abends, die Welt wird dunkler.
Meiner Meinung nach ist der Herbst die Jahreszeit, die sich am stärksten verändert. Denn in diesen drei Monaten - September, Oktober, November - passiert so viel.
Im September färben sich die Bäume. Die Welt wird rot und orange, wohin man nur sieht. Außerdem wird es kälter und oftmals auch stürmischer. Die Kleidung ändert sich, wir tragen nun Jacken und vielleicht auch schon Mützen und Schals, um uns gegen den Wind und die Kälte zu wehren.
Im Oktober wird es noch einmal schön. Die Sonne kehrt zurück und beschert uns noch ein paar goldene Sommertage. Doch wenn sie verschwunden ist, werden die Blätter an den Bäumen braun und verwelken. Die Temperaturen sinken drastisch und das Wetter wird wilder. Regen, vielleicht auch Stürme, die Nacht wird immer länger.
Im November hingegen wird es wieder ruhig. Man sagt oft, November sei der "graue Monat", und das stimmt. Nebelverhangen beginnen die meisten Tage, bis es gegen Ende anfängt zu schneien. Die Blätter sind abgestorben und der Wind hat sie von den Bäumen getragen, doch sie bleiben nicht als Laub auf dem Boden. Sie verschwinden, alles wird kahl, der Winter steht kurz vor der Tür. Die Menschen bereiten sich auf die Adventszeit vor, Feierstimmung kommt auf.
Ihr seht, der Herbst ist wunderbar vielseitig, vom goldenen Oktober bis hin zum grauen November. Aber an und für sich verändert sich doch jede Jahreszeit innerhalb ihrer Dauer. Welche ist denn eure bevorzugte? Also meine (falls ihr es euch nicht schon gedacht habt) ist definitiv der Herbst :) Aber sehr dicht gefolgt vom Frühling ♥
Montag, 17. August 2015
So entsteht eine Geschichte ♥
Mit einer Idee fing alles an. Nur eine kleine Ahnung von etwas, das einmal viel größer werden sollte. Die Idee wurde konkreter, die Planung fing an. Eine grobe Handlung, worum geht es, wer ist wer, was soll passieren? Details wurden erstellt. Namen, Orte, die ganze Geschichte.
Dann ging es los. Der Start, erster Satz. Immer der schwerste. Er definiert alles, muss spannend sein, darf nicht zu viel verraten, auch nicht zu wenig.
Geschafft. Jetzt kann es weitergehen. Wort für Wort, Satz für Satz, Zeile für Zeile. Immer weiter entsteht etwas, ein Absatz, ein Kapitel, eine Geschichte.
Dann ging es los. Der Start, erster Satz. Immer der schwerste. Er definiert alles, muss spannend sein, darf nicht zu viel verraten, auch nicht zu wenig.
Geschafft. Jetzt kann es weitergehen. Wort für Wort, Satz für Satz, Zeile für Zeile. Immer weiter entsteht etwas, ein Absatz, ein Kapitel, eine Geschichte.
Viele Höhen und Tiefen, Verzweiflung und Glücksgefühle, der Wunsch, einfach alles hinzuschmeißen, und der erbitterte Kampfgeist, nicht lockerzulassen. Kämpfen, Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch. Weiter, immer weiter, bloß nicht aufgeben, bald ist es geschafft.
Das Finale. Es ist da. Los, weiter, du kannst jetzt nicht aufgeben, das Ziel ist fast da!
Das Finale. Es ist da. Los, weiter, du kannst jetzt nicht aufgeben, das Ziel ist fast da!
Sonntag, 16. August 2015
♥ Momentaufnahme ♥ - aus dem Leben eines blinden Mädchens
Hey, Leute! ;)
Ich war gerade ein bisschen draußen und habe dabei über das Leben nachgedacht. So etwas passiert mir oft, wenn ich alleine bin :) Jedenfalls kam ich dabei auf die Frage, was besser wäre, blind oder taub zu sein. Ich weiß, dass beides schrecklich sein muss, aber gegen Taubheit gibt es ja inzwischen Mittel und Wege, sie zu "bekämpfen", zum Beispiel mit Hörgeräten oder Ähnlichem. Wenn man allerdings blind ist, kann man fast nichts tun, um wieder sehen zu können.
Deshalb habe ich mir spontan eine kleine Geschichte dazu ausgedacht. Ich möchte nicht zu viel verraten, lest sie doch einfach und bildet euch eure eigene Meinung :)
Ich war gerade ein bisschen draußen und habe dabei über das Leben nachgedacht. So etwas passiert mir oft, wenn ich alleine bin :) Jedenfalls kam ich dabei auf die Frage, was besser wäre, blind oder taub zu sein. Ich weiß, dass beides schrecklich sein muss, aber gegen Taubheit gibt es ja inzwischen Mittel und Wege, sie zu "bekämpfen", zum Beispiel mit Hörgeräten oder Ähnlichem. Wenn man allerdings blind ist, kann man fast nichts tun, um wieder sehen zu können.
Deshalb habe ich mir spontan eine kleine Geschichte dazu ausgedacht. Ich möchte nicht zu viel verraten, lest sie doch einfach und bildet euch eure eigene Meinung :)
Momentaufnahme aus dem Leben eines blinden Mädchens
Ich lag gerade in unserem Garten und sah hinauf in den Himmel. Meine Hände strichen über das weiche Gras, ich fühlte jeden einzelnen Grashalm unter meinen Fingern.
Der Himmel über mir war strahlend blau, nur ein paar kleine schneeweiße Wolken durchbrachen die Intensität dieser kräftigen Farbe. Die Sonne war lediglich ein leuchtender Punkt am Rande meines Blickfeldes. Ich würde sie mir gerne genauer ansehen, aber dafür war sie definitiv zu hell. Also begnügte ich mich damit, sie aus dem Augenwinkel genau zu mustern.
Ein sanfter Wind kam auf. Er ließ das Gras wie eine Welle wogen und wehte ein paar Strähnen meiner goldblonden Haare zur Seite. Da flog ein kleiner Schmetterling auf mich zu. Lächelnd hob ich eine Hand und er ließ sich darauf nieder. Die Sonne schien auf seine wunderschönen roten Flügel und ließ sie noch viel heller und strahlender erscheinen. Seine dunklen Fühler tasteten vorsichtig über meine Hand, dann saß er ganz still da. Ich betrachtete ihn genauer. Es war ein Monarchfalter. Fasziniert blickte ich auf dieses kleine Geschöpf in meiner Hand.
Da kam noch eine leichte Brise auf und der Schmetterling breitete seine Flügel aus und ließ sich wieder davontragen. Es schien, als wäre er schwerelos, so mühelos trieb er auf diesem Luftstrom.
Ich ließ meine Hand wieder in das Gras sinken und strich darüber, es beruhigte mich. Dann blieb mein Finger an einer Blume hängen. Es war eine winzige, violette Wildblume. Ich kannte den Namen nicht, aber sie faszinierte mich ebenso wie der Schmetterling gerade eben. Sie hatte herzförmige Blüten und einen geraden, dunkelgrünen Stiel. Wäre ich noch jünger gewesen, hätte ich sie bestimmt ausgerissen und meiner Mutter gebracht, aber jetzt verstand ich, dass ich sie damit umgebracht hätte. Und ich wollte so etwas Schönes nicht zerstören.
Da stupste auf einmal eine nasse Schnauze an meine Hand. Ich lächelte. Das war Emmy, meine Hündin. Und da sie hier war, hieß das, dass ich jetzt gehen musste. Ich brauchte sie nämlich, um mich zurechtzufinden.
Dann setzte ich mich seufzend auf. Ich öffnete die Augen und alles wurde wieder schwarz - die einzige Farbe, die blinde Menschen wahrnehmen können.
Der Himmel über mir war strahlend blau, nur ein paar kleine schneeweiße Wolken durchbrachen die Intensität dieser kräftigen Farbe. Die Sonne war lediglich ein leuchtender Punkt am Rande meines Blickfeldes. Ich würde sie mir gerne genauer ansehen, aber dafür war sie definitiv zu hell. Also begnügte ich mich damit, sie aus dem Augenwinkel genau zu mustern.
Ein sanfter Wind kam auf. Er ließ das Gras wie eine Welle wogen und wehte ein paar Strähnen meiner goldblonden Haare zur Seite. Da flog ein kleiner Schmetterling auf mich zu. Lächelnd hob ich eine Hand und er ließ sich darauf nieder. Die Sonne schien auf seine wunderschönen roten Flügel und ließ sie noch viel heller und strahlender erscheinen. Seine dunklen Fühler tasteten vorsichtig über meine Hand, dann saß er ganz still da. Ich betrachtete ihn genauer. Es war ein Monarchfalter. Fasziniert blickte ich auf dieses kleine Geschöpf in meiner Hand.
Da kam noch eine leichte Brise auf und der Schmetterling breitete seine Flügel aus und ließ sich wieder davontragen. Es schien, als wäre er schwerelos, so mühelos trieb er auf diesem Luftstrom.
Ich ließ meine Hand wieder in das Gras sinken und strich darüber, es beruhigte mich. Dann blieb mein Finger an einer Blume hängen. Es war eine winzige, violette Wildblume. Ich kannte den Namen nicht, aber sie faszinierte mich ebenso wie der Schmetterling gerade eben. Sie hatte herzförmige Blüten und einen geraden, dunkelgrünen Stiel. Wäre ich noch jünger gewesen, hätte ich sie bestimmt ausgerissen und meiner Mutter gebracht, aber jetzt verstand ich, dass ich sie damit umgebracht hätte. Und ich wollte so etwas Schönes nicht zerstören.
Da stupste auf einmal eine nasse Schnauze an meine Hand. Ich lächelte. Das war Emmy, meine Hündin. Und da sie hier war, hieß das, dass ich jetzt gehen musste. Ich brauchte sie nämlich, um mich zurechtzufinden.
Dann setzte ich mich seufzend auf. Ich öffnete die Augen und alles wurde wieder schwarz - die einzige Farbe, die blinde Menschen wahrnehmen können.
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