Rezension von "Carrie" (Stephen King)
Stephen King
Carrie
Bastei Lübbe Verlag
1. Auflage, 1974
320 Seiten
ISBN 978-3-404-16958-0
Ihr erinnert euch sicher noch an den Post, den ich vor ein paar Tagen über dieses Buch hochgeladen habe, nicht wahr? ;D
Wenn nicht, klickt einfach hier :)
Jedenfalls habe ich es schon vor einer Weile fertig gelesen und wollte diese Rezension auch schon lange hochladen, aber wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, war ich die letzten Tage im Krankenhaus und konnte es deshalb nicht tun ( Krankenhaus?! - Was ist passiert? )
Handlung:
Carrie ist eine Außenseiterin. In der Schule wird sie gnadenlos fertig gemacht und zu Hause leidet sie unter dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter. Nur ein einziges Mal fühlt sie sich wie ein normales Mädchen - als sie zum Schulball eingeladen wird. Doch der Abend endet nach einem grausamen Streich in einer Katastrophe, denn Carrie ist beseelt von einer unheimlichen Gabe, die sie ein Inferno entfesseln lässt, gegen das die Hölle wie ein lieblicher Garten Eden aussieht.
Meinung:
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Buch vereint so viele verschiedene Aspekte, dass es schwer sein wird, auf alle einzugehen. Aber ich werde es versuchen :)
- Da es 1974 geschrieben wurde, ist die Sprache dementsprechend altmodisch, aber es war trotzdem leicht zu lesen. Natürlich, es wurden viele Wörter benutzt, die heute nicht mehr gebräuchlich sind, aber verständlich war es dennoch.
Ich fand es sehr interessant, so ein "altes" Buch zu lesen und hatte auch hohe Erwartungen (immerhin wurde das Buch (als Stephen Kings Erstlingswerk) in den siebten Himmel gelobt), doch meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt :)
- Das Buch besteht nicht nur aus einer reinen Geschichte, es werden immer wieder Zeitungsartikel oder Ausschnitte aus Büchern eingeführt.
Achtung Spoiler!
Zum besseren Verständnis: Ein paar Personen haben die Ballnacht überlebt, und später Bücher über diesen Tag geschrieben. Aus diesen Büchern stammen die Artikel. (Anfangs wusste ich nicht, ob die Artikel echt sind, aber das sind sie nicht, es ist alles reine Fiktion :D)
Jedenfalls hat man durch diese Artikel viel über das erfahren, was noch passieren wird, um ein Beispiel zu machen, einer handelt von Carries Mutter und ihrem Fanatismus. Am Ende des Artikels stand etwas wie "... da sie in dieser Nacht starb..." Versteht ihr? Es wurden immer wieder Andeutungen gemacht, dass in dieser Nacht so viel Schlimmes und Schreckliches passiert, aber die eigentliche Geschichte war noch gar nicht so weit. Deshalb konnte ich das Buch so schwer aus der Hand legen, ich wollte UNBEDINGT wissen, wie diese Ballnacht so aus dem Ruder laufen konnte :D
- Bevor ich das Buch gelesen hatte, habe ich mich immer gefragt, ob es ein normales Buch ist, oder ob ein paar übernatürliche Elemente ein Rolle spielen werden. Diese Frage wurde recht schnell beantwortet: (Achtung Spoiler!) Es gibt durchaus Übernatürliches, nämlich die Macht der Telekinese (also die Macht, Gegenstände durch bloße Gedankenkraft zu bewegen). Und Carrie besitzt diese Gabe. Dadurch schafft sie es, Tod und Zerstörung über ihre kleine Stadt zu bringen.
Ich finde es gut, dass das Buch keine wirklichen "Fantasy" Elemente enthält, denn dann wäre es wieder unglaubwürdig. Aber die Telekinese ist auch heutzutage noch umstritten, es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten diese Gabe tatsächlich.
- Das Buch zeigt auch, dass Fanatismus sehr, sehr zerstörerisch sein kann. (Achtung Spoiler!) Ich meine, Carries Mom will sie umbringen, weil sie nicht so geworden ist, wie sie es gern hätte (sprich, nicht so gottesfürchtig ist wie sie). Schon als Carrie drei Jahre alt war, wollte ihre Mom sie töten, was Carrie nur durch ihre telekinesischen Mächte verhindern konnte. Selbst als Carrie älter wird, will ihre Mutter sie ermorden. Sie denkt nämlich, in Carrie würde der Teufel höchstpersönlich leben.
Das einzig Negative (und das lag nicht einmal an dem Buch :D) war, dass mir im Vorfeld oft erzählt wurde, dass es ein totales Horror Buch ist und mega unheimlich (einmal wurde ich sogar gefragt, ob ich denn noch schlafen könne, nachdem ich es gelesen hätte) :D Deshalb war es mir nicht gruselig genug, ich dachte wirklich, es würde noch etwas Einschlagendes kommen, bei dem ich mir denke "Oh Gott, DAS war aber unheimlich!", aber leider gab es so etwas nicht.
Natürlich war es schon schlimm, das Ende, und auch zu einem gewissen Grad gruselig, aber eben nicht so, wie ich es wegen der Fragen davor erwartet hatte.
Fazit:
Ich kann verstehen und voll und ganz nachvollziehen, warum das Buch so gute Bewertungen hat. Stephen King ist einfach der Meister des Horrors (wie ich schon früher gesagt habe :D) und seine Geschichten sind genial! Carrie bildet da keine Ausnahme, ich liebe die Handlung, die Idee, den Inhalt, die Charaktere, einfach alles! Und für ein "altes" Buch (von 1974!) ist es einfach großartig :)