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Mittwoch, 30. September 2015

Der Frierende (Teil 02)

Vor ungefähr einer Woche habe ich einen Post hochgeladen, in dem ich euch erzählt habe, dass wir im Deutschunterricht die Kalendergeschichte "Der Frierende" von Peter Härtling besprochen haben. Damals ging es darum, einen eigenen Schluss zu erfinden. Jetzt haben wir eine neue Aufgabe bekommen: Einen Brief an den Vater des Protagonisten zu schreiben. Aber um diesen Brief jetzt zu verstehen, solltet ihr euch den Post nochmal durchlesen, um einmal aufzufrischen, worum es denn da überhaupt ging ;) Klickt hier.

Der Protagonist hat diesen Brief geschrieben, als er gerade zwei oder drei Jahre im Gefängnis abgesessen hatte :)

Vater,
du wirst sicherlich verwundert sein, diesen Brief von mir zu erhalten. Ich meine, was habe ich dir denn noch zu sagen? Nichts. Und deiner Meinung nach bin ich doch genau das - ein Nichts. Ein nichtsnutziger Sohn, der sein Leben gerade im Gefängnis fristet. Aber - ob du es glaubst oder nicht - in letzter Zeit habe ich sehr viel nachgedacht. Über meine Kindheit, meine Jugend, und vor allem, wie ich es geschafft habe, so tief hinabzusinken, dass ich nun im Gefängnis sitze. Und bei jedem dieser Gedanken tauchte ein Gesicht vor meinem inneren Auge auf - dein Gesicht, Vater. Noch dazu höre ich deine Stimme, Tag und Nacht, und bei jedem Schritt den ich mache. Sogar jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, höre ich dich. Du beschimpfst mich, schreist mich an, ich solle endlich der Mann werden, den du dir vorstellst. Aber Vater, das wird niemals passieren. Ich habe endlich einen Weg zu mir selbst gefunden, ich werde mein Leben von nun an so leben, wie ich es will. Und du wirst keinen Platz mehr darin haben. Ich schreibe dir diesen Brief, um dir mitzuteilen, dass du vom heutigen Tag an keinen Sohn mehr hast.
Lebe wohl.

Eure ehrliche Meinung? :D Zu unrealistisch? Zu gestochen? Oder ganz okay? ;D

Ich muss sagen, diesen Brief sollten wir vor genau einer Woche (am Mittwoch) im Unterricht schreiben, und ich habe mir sofort aufgeschrieben, ihn zu veröffentlichen, sobald ich Zuhause bin. Aber - wenn ihr gut aufgepasst habt - wurde ich an genau diesem Mittwoch ins Krankenhaus gebracht, deshalb kommt er leider erst heute ;)

Samstag, 19. September 2015

Der Frierende

So, da bin ich wieder :) Die erste Schulwoche ist nun vorbei und ich genieße das Wochenende einfach nur so gut ich kann, denn es ist schon anstrengend, jeden Tag so früh aufzustehen und (manchmal) bis abends dort zu bleiben. Da fehlen mir die Ferien doch ein bisschen ;D

Jedenfalls haben wir gestern in Deutsch einen Text besprochen. Genauer eine Kalendergeschichte, und zwar von Peter Härtling. Sie heißt "Der Frierende". Die Geschichte besteht aus vier Abschnitten, allerdings hat unsere Lehrerin den letzten Abschnitt entfernt und wir sollten das Ende selber erfinden. Und mein Ende möchte ich euch heute zeigen. Es ist nicht perfekt, aber wir hatten auch nur ungefähr fünfzehn Minuten, um uns in die Geschichte hineinzuversetzen, uns ein Ende auszudenken und das auch noch aufzuschreiben.
Aber jetzt erstmal den Anfang der Geschichte :)

Der Frierende
Wahrscheinlich friert er seit seiner Geburt. Er hat sich anständig verhalten, hat die Hände aus den Taschen nehmen, bei Tisch aufrecht sitzen, hat die Leistungen aller Väter, die gekämpft und gearbeitet haben, würdigen müssen. Es war ihm aufgetragen, allen Vätern in seinem Vater Respekt zu erweisen und an dem Mann in sich selbst zu arbeiten. Aber er war schlaff und weich; lernte und leistete wenig; träumte, wich den väterlichen Forderungen aus. Aus ihm werde nichts. Aber auch gar nichts. So beschloss er, nichts zu werden. Um ihn herum wimmelte es von ungeschlagenen Schlägen und er durfte das Leben nicht anders sehn als ein Kampffeld. Die Stimme seines Vaters zerstörte seinen Schlaf. Er nahm Mittel, ihr zu entfliehen.
Mit achtzehn verließ er das Haus. Das Schweigen der Mutter ging ihm eine Weile nach. Er fand Unterschlupf in Wohngruppen, hielt es nirgendwo lange aus. Es wurde ihm vorgeworfen, er sei nicht fähig, auf andere einzugehen, sich zu binden. Stundenlang hockte er in Ecken, die Arme vor der Brust, starrte vor sich hin. Er sagte von sich selbst, es könne in ihm unheimlich leer sein. Manchmal nahm er Arbeiten an, half aus, doch nie auf Dauer.
Zufällig lernte er einen jungen Mann kennen, der ihn mit zu sich nach Hause nahm. In dessen Familie fühlte er sich wohl. Es hatte den Anschein, als müsse er nicht mehr frieren. Die Eltern seines Freundes boten ihm an zu bleiben. Er richtete sich ein. Keiner erwartete von ihm, dass er gleich nach einem Beruf suche, lerne. Es lachte ihn auch niemand aus, als er zu spielen begann wie ein Kind, die Tage mit Albernheiten verbrachte. Es wunderte ihn jedoch, dass die Leere in ihm sich nicht allmählich auffüllte und dass in seinen Träumen die Stimme seines Vaters immer drängender und lauter wurde. Er betäubte sich mit Rauschgift.
 
Das war der Teil, den wir lesen konnten. Dann wurde uns gesagt, wir sollen ein passendes Ende dazu schreiben. Und hier ist meins :) (Es schließt übrigens direkt an den ersten Teil an)
 
Er betäubte sich mit Rauschgift. Doch die Stimme blieb. Tag und Nacht hörte er sie, sie verfolgte ihn sogar in seinen Träumen.
Dann kam der Tag, an dem er es nicht mehr aushielt. Er packte seine Sachen zusammen und verließ die Familie seines Freundes. Es kam ihm falsch vor, dort zu bleiben. Er verdiente es nicht. Er war nur ein Nichts. Nun begann er wieder, von Wohngruppe zu Wohngruppe zu ziehen, das Rauschgift war dabei sein ständiger Begleiter.
Die Tage verschwammen, versanken im Nebel des gefährlichen Giftes. Jahre vergingen, in denen er weder eine Wohnung, noch eine Arbeit hatte. Die Kälte war immer bei ihm, ließ ihn beinahe erfrieren. Irgendwann konnte er nicht mehr. Er suchte sich einen geschützten Ort, wo er dann viel zu viel Gift zu sich nahm.
Und als er dort im Sterben lag, erkannte er auf einmal seine Umgebung. Nach so vielen Jahren war er nun wieder zurückgekehrt, zum Hause seiner Familie. Aber er hörte die Stimme nicht mehr, und die Kälte, sein treuer Begleiter, verwandelte sich endlich in die Wärme, nach der er sich so lange gesehnt hatte.
 
Wie findet ihr es? Wie gesagt, wir hatten nicht sehr viel Zeit und außerdem habe ich versucht, in dieser etwas altmodischeren Sprache zu schreiben :D
Jetzt seid ihr aber bestimmt neugierig, wie das "echte" Ende der Geschichte ist (ich war es jedenfalls :D). Aber ich muss sagen, ich finde es ziemlich schlecht und unrealistisch. Und mit so einem Ende hätte ich auf gar keinen Fall gerechnet (in meiner Klasse dachte auch so ziemlich jeder, dass er stirbt, aber so ist es ganz und gar nicht):
 
Als er in einer Nacht spät nach Hause kam, fühlte er sich besonders leicht und waghalsig. Er beschloss, mit dem Auto der Pflegeeltern nach Amsterdam zu fahren und dort einige Tage zu verbringen. Immer wieder war ihm von der schönen Freiheit dieser Stadt erzählt worden. Er ging ins Haus, suchte nach einer Axt, trat in das Schlafzimmer der Pflegeeltern, schlug erst auf den Mann, dann auf die Frau ein. Als er sie bluten sah, wimmern hörte, fror ihn wieder. Er legte die Axt auf einen Stuhl und rief die Polizei an. Er wisse nicht, weshalb er dies getan habe, doch vorher sei ihm richtig lustig zumute gewesen. Er weinte und war überrascht darüber. Sein Vater, hörte er im Gefängnis, wolle mit all dem nichts zu tun haben. Die Pflegemutter sagte vor Gericht für ihn aus. Er wurde zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt.
 
Eure ehrliche Meinung? Wie findet ihr das Ende denn so? Habt ihr es euch so vorgestellt? :D Also wie gesagt, ich fand es schlecht und auch nicht so passend, wenn man den ersten Teil betrachtet. Nun ja, es gibt bestimmt jemanden, der die Kunst darin erkennt und es in den siebten Himmel lobt, aber ich bin das nicht, tut mir leid ;)



Montag, 14. September 2015

(Update) Erster Schultag

So, hier ist (wie angekündigt) das Update über den ersten Schultag des Jahres.
Es war toll ♥ Wirklich, ich habe endlich meine Freunde wiedergesehen und außerdem ist am ersten Tag kein richtiger Unterricht. Wir haben zuerst das Organisatorische besprochen (zwei Stunden lang :D), dann hatten wir noch Spanisch (mit einem neuen Lehrer) und Physik (mit einem alten Lehrer, obwohl ich auf den echt verzichten könnte ;)). Bei ihm haben wir den Stoff aus dem alten Schuljahr ein bisschen wiederholt und sonst eigentlich nur geredet. Er hat uns aber auch erzählt, was noch auf uns zukommt. Dass wir nächstes Jahr in die Kursstufe kommen und uns anstrengen sollen, damit wir nicht sitzen bleiben. Als ob wir das nicht selber wüssten :D
Und natürlich hat er uns schon Hausaufgaben aufgegeben ... Ich meine, wie gemein ist das denn? Wir kommen müde und voll unmotiviert in die Schule (nach über sechs freien Wochen), müssen durch vier anstrengende Stunden (okay, so anstrengend auch wieder nicht :D) bis wir endlich die letzten beiden des Tages erreichen, und bekommen dann auch noch Hausaufgaben :/ Ich habe sie vorhin schon erledigt, es ging auch recht schnell, aber es nervt mich trotzdem :D

Wir haben übrigens auch einen Stundenplan bekommen :) Hier, falls ihr ihn sehen wollt:

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Geschichte
Mathe
Chemie
Mathe
Geschichte
Englisch
Mathe
Chemie
Englisch
Französisch
Spanisch
Gemeinschaftskunde
Deutsch
Englisch
Deutsch
Spanisch
Erdkunde
Deutsch
Spanisch
Deutsch
Physik
Biologie
Französisch
Religion
Mathe
Physik 
Biologie
Französisch
Religion
Gemeinschaftskunde
-
-
Spanisch
Musik
-
-
-
Erdkunde
BK
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-
-
Sport
-
-
-
-
Sport
-
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Tja, ihr seht, ziemlich viel Unterricht. Dazu kommt dann noch Lernen, Hausaufgaben, Referate, Praktika und sonst was. Aber von meiner Freiheit habe ich mich ja schon gestern verabschiedet :D Falls ihr es nicht gesehen habt, hier ist der Post :)