Bei deiner Einleitung ist es wichtig, dass du indirekt alle wichtigen Personen oder Orte vorstellst. Du kannst zum Beispiel Dialoge schreiben, in denen du die Namen der Personen nennst (durch direkte Anrede) oder das Alter (zum Beispiel mit dem Hinweis, dass die Person bald Geburtstag hat) oder andere Informationen.
Du darfst aber auf keinen Fall so etwas wie einen Steckbrief daraus machen, in etwa:
"Ich heiße Anna, bin 17 Jahre alt und wohne mit meiner Familie in einem kleinen Dorf. Ich habe viele Freunde und gehe in die 11. Klasse."
Das kommt nie gut an. Es wirkt amateurhaft (und das ist es eigentlich auch).
Aber es gibt eine Ausnahme. Wenn es wie eine Art Prolog aufgebaut ist, dann könntest du schon damit anfangen. Aber dann muss auch eine kleine Vorgeschichte erzählt werden.
Hier ein Beispiel:
"Ich heiße Anna. Ich bin 17 Jahre alt und eine Vollwaise. Meine Eltern wurden ermordet, als ich gerade mal fünf Jahre alt war und seitdem lebe ich mit meiner kleinen Schwester Mia bei meiner Tante. Allerding ist sie fast nie für uns da, denn sie hat ein Alkoholproblem. Deshalb versorge ich mich und meine Schwester alleine. Ich habe einen Job in einer Kneipe und verdiene gerade genug, um uns beide über Wasser zu halten.
Aber da ich mich um uns beide kümmern muss, kann ich nicht in die Schule gehen und habe somit auch keinen Abschluss. Ich weiß zwar nicht, was uns die Zukunft noch bringen wird, aber ich hoffe inständig, dass es bald wieder bergauf geht."
So, in diesem Text sind schon viele wichtige Infos drin. Er ist nicht perfekt (und auch zu kurz, aber es war ja nur ein Beispiel), aber er würde reichen.
Jetzt hätte der Leser schon ein grobes Gefühl, worum es in der Geschichte geht und kann dann entscheiden, ob er sie weiterlesen will oder nicht.
Es gibt auch Einleitungen, die mit einem Gedanken oder einem wichtigen Satz beginnen. Zum Beispiel bei 'Rubinrot'. Dort ist der berühmte Satz: 'Bereit, wenn du es bist.' Die Bücher fangen zwar nicht mit diesem Satz an, aber das Prinzip ist das Gleiche. Es wird etwas erwähnt, das in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt und am besten ganz am Ende nochmal aufgegriffen wird.
Oder es fängt mit einem Gegenstand an, der eine wichtige Bedeutung für die Hauptperson hat. Zum Beispiel ein Erinnerungsstück an die verstorbene Mutter oder ein Erbstück der Großmutter.
Bei manchen Geschichten sind die erste und letzte Situation "gleich". Zum Beispiel sitzt der Protagonist am Anfang der Geschichte am Strand und hört Musik. Dabei denkt er über etwas Bestimmtes nach. Über ein Problem.
Am Ende sitzt er wieder dort und denkt nochmal darüber nach, aber diesmal darüber, wie er das Problem gelöst hat. Denn die Geschichte ist dann ja schon vorbei und im Laufe derer hat er das Problem erfolgreich mit Hilfe seiner Freunde gelöst.
Dazu gibt es ein gutes Filmbeispiel: Lucy.
Am Anfang hört man dort eine Stimme aus dem Off und der erste Satz ist:
"Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt. Was haben wir daraus gemacht?"
Dann kommt der 'richtige' Film und es geht um die Menschheit und das gesamte Universum und wie sich alles im Laufe der Zeit negativ verändert hat.
Ganz am Ende des Films hört man die Stimme aus dem Off nochmal. Sie sagt:
"Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt. Macht etwas daraus."
Also, versteht ihr ungefähr, was ich damit meine? :D
Jedenfalls finde ich solche Enden extrem interessant, denn dann wird man ganz am Schluss (wenn man denkt, jetzt ist alles vorbei) nochmal daran erinnert, wie es überhaupt erst begonnen hat.
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